In Zeiten von Corona hat sich die Arbeit der Ginsheim-Gustavsburger Tafel stark verändert. Um den Schutz für Tafelkunden und Helfer*innen zu gewährleisten, werden die Lebensmittel kontaktarm im Freien ausgegeben. Mit finanzieller Hilfe der Aktion Mensch kann das neu entwickelte Konzept regelmäßig überarbeitet, angepasst und konkret umgesetzt werden. Dafür bedankt sich die Tafel Ginsheim-Gustavsburg bei der Aktion Mensch herzlich.

Seit Ausbruch der Corona-Krise ist die Tafel Ginsheim-Gustavsburg mit einer völlig veränderten Situation konfrontiert. Mehr als die Hälfte aller ehrenamtlichen Helfer*innen der Tafel gehören zur Risikogruppe. Sie mussten ihre ehrenamtliche Tätigkeit umgehend beenden. Während der Lebensmittelausgabe und bei anderen Tafelveranstaltungen kommen Menschen auf engem Raum zusammen, eine Situation die angesichts der Virusverbreitung nicht mehr haltbar war. Gemeinsame Aktivitäten wie das Kochen und gemeinsames Essen aber auch die persönliche Beratung Hilfesuchender in Notsituationen konnten nicht mehr in vertrauter Form durchgeführt werden. Kinderbetreuungsmaßnahmen, Nachhilfe und Musikunterricht mussten ausgesetzt werden.

Um alle Beteiligten zu schützen und gleichzeitig aber die Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen aufrecht zu erhalten, wurde umstrukturierte und neu organisiert. Ein neues Konzept wurde entwickelt, zusätzliche Anschaffungen wurden erforderlich, um eine kontaktarme Lebensmittelausgabe zu gewährleisten.  Zu klären war außerdem, welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen, um möglichst viele der Tafelgäste weiterhin zu versorgen und bei Bedarf gesondert zu betreuen. Eine große Frage war auch, wie die Tafel an neue ehrenamtliche Helfer*innen kommt.

Um all diese Probleme lösen zu können, richtete sich die Tafel Ginsheim-Gustavsburg an die Aktion Mensch. Und hatte damit Erfolg: Die Hilfsorganisation sagte Ihre finanzielle Unterstützung zu und die notwendigen Änderungen konnten durchgeführt werden.
 

So sieht das neue Angebot der Tafel in Zeiten der Coronakrise aus:

  • an drei Ausgabestellen werden kontaktarm im Freien die Lebensmittel ausgegeben, welche vorher von ehrenamtlichen HelferInnen in Kartons und große Tüten verpackt worden sind. An jedem der vier Tage wird für jeweils 50 Haushalte je ein Karton zur Verfügung gestellt. Damit erreicht die Tafel ca. 600-700 Personen wöchentlich.
     
  • älteren und kranken Tafelkunden werden die Lebensmittel ins Haus geliefert unter Beachtung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen
     
  • Beratungs- und Unterstützungsgespräche erfolgen telefonisch und schriftlich
     
  • über Social Media und Printmedien wird die Öffentlichkeit über die Umorganisation informiert
     
  • neue junge ehrenamtliche Helfer*innen werden akquiriert und ersetzen die Risikogruppe der ehrenamtlichen älteren Damen
     

Bei Bedarf werden Neuanpassungen vorgenommen, Gelerntes wird umgesetzt und die Tafel hofft, dauerhaft neue Helfer*innen zu gewinnen. So kann der Umstellungsprozess bis zum Wiedereintritt des Normalbetriebs zielführend bewältigt werden.